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Biologische und Verhaltenswissenschaftliche Anthropologie

Die Biologische Anthropologie fragt nach dem Menschen als lebendem Teil der Natur in Abhängigkeit von seinen genetischen Anlagen sowie den modifizierend wirkenden Faktoren seiner natürlichen und sozialen Umwelt. Sie betrachtet die biologische Variabilität von Populationen in ihrem zeitlichen und räumlichen Kontext und über lange Anpassungsprozesse in der menschlichen Entwicklungsgeschichte hinweg. 

Bild 9Die Naturwissenschaftliche Archäologie beschäftigt sich epochenübergreifend mit den Menschen, ihrer Umwelt und ihren Kulturen. Grundlagen sind die materiellen Hinterlassenschaften und Spuren früherer Bevölkerungen wie auch die verschiedenen Erscheinungsformen menschlicher Überreste, seien dies Skelette, Brandknochen, Moorleichen oder Mumien. Diese werden verstanden als „Biospeicher“, die Informationen aus der Lebenswelt des Individuums und seiner sozialen Gruppe bewahren und in ihren kulturgeschichtlichen, umwelt-, ernährungs- und wirtschaftsgeschichtlichen Kontext verorten. 

In den Bereichen Physische oder Archäo-Anthropologie und Naturwissenschaftliche Archäologie kooperiert der Studiengang über das EUCOR-Programm mit Dozierenden der IPNA der Universität Basel.

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Die anwendungsrelevanten Arbeitsgebiete naturwissenschaftlich perspektivierter Fragen an den und die Menschen (darunter auch die Forensik), arbeiten mit zahlreichen Verfahren, wie Methoden der 3D-Bildgebung und komplexe Statistik, aber ebenso mit bio- und geoarchäologischen Analyseverfahren und den klassischen osteoanatomischen Untersuchungen.  

Die Populationsgenetik untersucht die Verteilung genetischer Unterschiede beim Menschen. Im Studiengang wird die Perspektive der Wissenschaftsforschung eingenommen: Wie wird menschliche Vielfalt in der Populationsgenetik konzipiert? Welche methodischen und konzeptionellen Weichenstellungen prägen die Populationsgenetik seit ihrem Entstehen in den 1950er Jahren? Wie werden menschliche Populationen imaginiert, benannt, erfasst und untersucht? Welche Menschenbilder kommen dabei zum Tragen?  Wie werden vulnerable Gruppen in der Populationsgenetik untersucht, welche Auswirkungen hat dies auf ihre Mitglieder? Veranstaltungen in diesem Bereich thematisieren auch die Geschichte der Rassenforschung sowie gegenwärtige Debatten um den Rassenbegriff.

Kognitionswissenschaft ist ein interdisziplinäres Feld, das sich mit der Informationsverarbeitung von biologischen und künstlichen Systemen befasst. Diese Forschung kombiniert die geisteswissenschaftlich-analytische Arbeitsweise der Geistes- und Formalwissenschaften (z.B. der theoretischen Linguistik) mit dem naturwissenschaftlich-experimentellen Vorgehen der Psychologie und der Neurowissenschaften, sowie mit den synthetisch-konstruktiven Techniken der Informatik.

Wichtige kognitive Prozesse bei Menschen sind u.a. Wahrnehmung und Aufmerksamkeit, Denken und Problemlösen, Sprache und soziale Interaktion. Diese Prozesse werden auch in ihrem Zusammenwirken mit Emotion und Motivation, Kultur und Gesellschaft, sowie ihrer Verankerung im Körper betrachtet. In der Abteilung Kognitionswissenschaft werden u.a. Sprachverstehen und Raumkognition untersucht. Themen sind z.B. gendergerechte Sprache, das Verstehen von Witzen und Ironie, oder die Orientierung und Wegfindung im Raum.  Forschende aus dem Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Parapsychologie (IGPP) bringen Themen zu Wahrnehmung ein (z.B. Selbst- und Zeitwahrnehmung) oder zu veränderten Bewusstseinszuständen, etwa durch Meditation, Drogenkonsum oder psychiatrische Erkrankungen.